Streiflichter aus der Vereinsgeschichte

Auf einem Gelände des Bundesstrombauamtes, zwischen Praterau und rechtem Donaudamm glegen, schuf eine verschworene Gemeinschaft von Kleingartensiedlern in der Not nach dem 1. Weltkrieg eine Siedlung, die nach zähem Ringen auch offizielle Anerkennung fand: nämlich als "Kleingarten-Kolonie des allgemeinen Pensionistenvereines für öffentliche Angestellte Österreichs Wien II., Krieau".

Man muß die Ereignisse aus der Zeit selbst verstehen: Licht, Luft und Sonne als Ideale für die arbeitende Bevölkerung; das Wort von Stadtrat Prof. Julius Tandler "schafft mehr Kleingärten und Ihr braucht weniger Spitäler", stammt von damals!

Fotos aus der Zwischenkriegszeit zeigen fröhliche Menschen in ihrer Natur, kleine Hütten und Gärten, wo jedes Fleckchen Erde mit viel Liebe bebaut wurde. Auch das Umland wurde genützt, der Prater gab Brennholz und Futter für die Kleintiere, das Heustadlwasser Fische, Krebse und die Gelegenheit zum Schwimmen und Bootfahren. Gärten, außerhalb des großstadtgetriebes (die nächste Straßenbahn war der 80er, aber wer hatte schon Geld für die Tramway), in fast dörflicher Gemeinschaft.

Diese Gemeinschaft war bedroht. Der Donaustrom schickte alle 5 - 10 Jahre gewaltige Hochwasser und Beamte der Stadt planten die Verlängerung der Vorgartenstraße bis zur Aspernallee, was das "aus" für die Kolonie bedeutet hätte. Aber es ging stetig aufwärts, und im Schutzhaus "Heißig" gab es nicht nur Heurigenabende mit eigener Musik, sondern auch Sitzungen und Versammlungen mit dem Ziel der Widmung.

Der Kassier hatte ebensoviel zu tun wie heute, obwohl die Beiträge gering waren: zB für 1932 öS 10,54; für 1939 RM 9,94 und für 1945 öS 21,47. Da waren die Kriegswirren schon vorüber und die Kleingartenbewegung wieder in österreichischer Hand.

Unsere Kolonie lag in der "Russenzone", was mancherlei Problem brachte. Dennoch ging die Vereinsleitung mit Obmann Stangl - Stellvertreter Weihs an der Spitze bald wieder an die Lösung des Hauptanliegens, der Dauerwidmung. Die Zeit war nicht reif dafür, und es bedurfte der intensiven Bemühungen der weiteren Obleute Krickl, Langer und Urban, bis endlich im Zuge einer generellen Wiener Lösung unsere Gärten ihren heutigen Status erreichten.

Vieles wurde in den vergangenen 70 Jahren erreicht, vieles hat sich geändert. Aus den kleinen primitiven Hütten der Pionierzeit wurden schöne, große Häuser, wir haben Strom und seit neuestem Hochquellwasser und dichte Senkgruben in unseren Gärten. Der Gemüseanbau und die Kleintierhaltung sind fast ganz verschwunden.

Aber die wesentlichen Dinge aus der Zeit de rGründung haben sich erhalten: die Liebe zum eigenen Fleckchen Erde, zur Natur und zur Idee der Gartenbewegung. Auch die Mischung unserer Mitglieder ist richtig: Neben Familien, in denen schon die Urgroßeltern in der Kolonie waren, gibt es viele Neulinge, die sich prächtig in unsere Gartengemeinschaft einfügen. Möge diese Gemeinschaft nach weiteren 70 Jahren ebenso fest gefügt sein!

U. Pohl (geschrieben für die 70 Jahre Festschrift)

Gartenbewerbung

Information zur Gartenbewerbung
Leider kann unsere Vereinsverwaltung derzeit keine Bewerbungen für eine Gartenparzelle in unserer Anlage annehmen (weder per E-Mail noch handschriftlich). Wir haben bereits sehr viele Vormerkungen (mehr als Gärten) und das ergibt lange Wartezeiten! Bitte wenden Sie sich an den Zentralverband der Kleingärtner Österreichs. Hier erfahren Sie ob frei gewordene oder neu aufgeschlossene Parzellen zur Verfügung stehen! Die Homepage des Verbandes: http://www.kleingaertner.at Mit freundlichen Grüßen die Vereinsverwaltung